20. November 2015

Ein neuer Abschnitt

Seit nunmehr zwei Wochen habe ich einen neuen Job gefunden. Genau genommen ist es mein erster Job, wenn Praktika und Aushilfsstellen nicht eingerechnet werden. Daher ist es kaum verwunderlich, das ich Tage und Nächte damit zubrachte mir verschiedene Probleme auszumalen und Lösungen zu suchen. Das frühe Aufstehen, die unbekannten Wege und Regeln, die allgemeine Akzeptanz mir gegenüber. Die meisten der fiktiven Probleme blieben genau das - fiktiv. Natürlich weiß ich nicht, was in den nächsten Wochen passiert. Allerdings freue ich mich von Herzen über die netten Kollegen und die gute Einarbeitung. Alles weitere liegt ein großes Stück weit bei mir. Ich hoffe, dass ich die neuen Aufgaben meistere und schreibe vielleicht auch hin und wieder hier darüber.


7. November 2015

Lesenswert (oder auch nicht) I

Zu Beginn des Jahres fasste ich einige persönliche Ziele ins Visier: Mehr lesen und mehr erleben. Daher lese ich ungefähr zwei Bücher im Monat - damit gewinne ich keinen Wettbewerb, aber es macht aus der Literatur einen stetigen Begleiter. Auf monatliche "das habe ich gelesen" Rückblicke habe ich keine Lust, dafür stelle ich euch in unregelmäßigen Zeitabschnitten eine Auswahl an Büchern vor, die ihr lesen solltet - oder auch nicht. Here we go:

Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage
An diesem Buch habe ich ungefähr einen Monat gelesen. Selbstverständlich nicht durchgängig, aber auch nicht mit allzu großen Pausen. Der Roman beschreibt die Kindheit von Seri, Aja und Karl. Zumindest auf den ersten 200 Seiten. Und ehrlich gesagt passiert auf diesen Seiten auch nicht viel mehr. Danach zieht die Handlung an und auf den übrigen Seiten entsteht tatsächlich etwas, das sich fast wie Spannung anfühlt.
Das klingt vielleicht nach einer harten Kritik, soll es aber gar nicht sein. Ich liebe diesen Roman - und bin kurz davor den Kurzgeschichten von Bánk eine Chance zu geben, obwohl ich Kurzgeschichten hasse. "Die hellen Tage" hat mich entschleunigt und in eine andere, bunte Welt gezogen. Die Jahreszeiten waren regelrecht spürbar und ich habe mich der Freundesgruppe zugehörig gefühlt. Die Protagonisten sind wunderbar beschrieben, niemand wird vernachlässigt und es sind liebenswerte sowie hassenswerte Menschen dabei, die eines verbindet: Kein Mensch und kein Leben ist jemals perfekt. Jeder Einzelne muss versuchen das Beste daraus zu machen und mit Freunden ist alles einfacher.
[super mega lesenswert!]

Paulo Coelho: Der Zahir
Eine Frau verlässt ihren Mann, der kann es nicht verstehen und macht sich auf die Suche nach ihr. Er lernt neue Menschen kennen, die sein bisheriges Leben in Frage stellen, und versucht das wirklich wahre Wesen der Liebe einzufangen.
Der Roman ist eine merkwürdige Mischung aus zitierwürdigen Passagen und endloser Verwirrung. Vor allem letzteres ist das, was einige Wochen nach dem Lesen übrig bleibt. Gekrönt wird das Ganze von einem der furchtbarsten Enden, die jemals verschriftlicht wurden. Für mich eine rießige Enttäuschung, da ich von Coelho definitiv schon besseres gelesen habe. Der Autor bekommt eine zweite Chance, um das Buch würde ich einen Bogen machen.
[lieber nicht ...]

Anne Girard: Madame Picasso
Die Protagonistin Eva flieht aus ihren Elternhaus in das aufregende Paris und trifft dort auf Picasso, den Mann, der sie sofort in einen Bann aus Liebe und Leidenschaft zieht. Leider ist das Leben kein Wunschkonzert und so stehen zwischen Eva und Picasso einige Hürden, die überwunden werden müssen. Unter anderem die schillernde Fernande, Picassos Lebensgefährtin.
Ich will nicht Lügen: es hat seine Zeit gebraucht, bis ich mich in den Roman eingelesen hatte. Doch Beharrlichkeit zahlt sich aus, in diesem Fall mit einer wunderschönen, wenn auch etwas traurigen, Liebesgeschichte. Girard hielt sich bei dem Roman grob an die Recherchen aus dem echten Leben von Eva. Die Mischung aus Fiktion und Realität erhöht das Lesevergnügen und lässt den Inhalt auch nach Wochen noch lebendig erscheinen.
[lesenswert!]

Mark Watson: Überlebensgroß
Wir begleiten den Hochzeitsfotograf Dominic durch sein Leben: Angefangen zu der Zeit, als er noch weit entfernt von der Ausübung seines Berufs war, bis hin zu der Zeit, als ihn der Beruf schon längst wieder langweilte. Dazwischen gibt es eine große Portion Familiendrama und zu viel Alkohol.
Soviel vorweg: Das Beste kommt nicht zum Schluss, "Überlebensgroß" konnte mich nicht überzeugen. Die Handlung ist dünn und die Sprache kann das nicht wieder aufbessern. Der Protagonist widerte mich an, was in Ordnung wäre, wenn aus ihm ein talentierter Anti-Held geworden wäre, aber auch dafür reicht es leider nicht. Auch die restlichen Figuren gewinnen für mich nicht ausreichend an Farbe. Gelesen - vergessen. Zumindest hoffentlich bald.
[lieber nicht ...]



6. Oktober 2015

Das böse Wort

Während in "Harry Potter" Voldemort der war, dessen Namen nicht ausgesprochen werden darf, hat unsere Generation einen neuen Endgegner, ein neues verbotenes Wort: Erwachsen. Erwachsene sind und bleiben unsere Eltern und Großeltern, die Fremden auf der Straße, deren Leben in scheinbar klaren Bahnen verläuft. Irgendwie in erwachsenen Bahnen eben.
Nun befinden wir uns in einer ungünstigen Situation. Dem Alter nach sollten wir langsam zu diesen fremden Erwachsenen herangewachsen sein und uns entsprechend verhalten. Immerhin sind wir schon seit Jahren volljährig und die letzte Ausweiskontrolle ist viel zu lange her. Aber wir fühlen uns nicht so. Wollen nicht erwachsen sein und schieben es daher von uns weg. "Erwachsen? Ich doch nicht, nur die anderen!"
Dabei entsteht ein erschreckender Trend. Anstatt unsere gesamte Generation endlich von dem bösen Wort zu erlösen oder es für die gesamte Generation anzuerkennen, schieben wir es anderen in die Schuhe.

"Ich bin noch nicht erwachsen, ich studiere noch, aber wer arbeitet ist erwachsen!" 
"Ich bin noch nicht erwachsen, ich habe zwar einen Job aber bin ungebunden und reise viel!"
"Ich bin noch nicht erwachsen, ich arbeite und habe einen Mann, aber keine Kinder und außerdem träume ich in meiner Freizeit von Einhörnern!"
"Ich bin noch nicht erwachsen, ich habe zwar Kinder, fange aber noch ein Studium an!"

Mit 25 steigt die Verantwortung, dennoch bleibt das kindliche im Herzen.
Darf ich vorstellen: Sindy, 25, verheiratet, mit abgeschlossenen Studium und Verantwortung.
Aber Erwachsen?
Teufelskreis. Klar ist: Niemand möchte erwachsen sein, aber die Umgebung als erwachsen deklarieren. Immerhin muss es doch Erwachsene in unserer Gesellschaft geben, oder? Ja wofür eigentlich? Ganz klar: Erwachsene tragen Verantwortung. Und das ist doch das eigentliche Problem, denn Verantwortung bringt Verpflichtung und gelegentlich Probleme mit sich.
Der Witz ist, dass die Verantwortung kommt und sie überrollt jeden von uns. Egal ob mit Studium, Job oder Familiengründung. Du musst dir und deiner Umgebung gegenüber Verantwortung übernehmen. Ein kleines Kind kann sich auf die Eltern verlassen, die wie eine stützende Wand hinter ihm stehen und es vor langfristiger Verantwortung schützen. Irgendwann geht das nicht mehr. Du musst dich zusammenreisen. Das Geld für dein Leben aufbringen, dich entwickeln. Das ist aber gar nicht schlimm. Daraus entwickelt sich eine Eigenständigkeit, quasi das, was wir dachten mit 18 erreicht zu haben. Wir können unser Leben selbst in die Hand nehmen, auch das bedeutet erwachsen werden. Keiner zwingt dich, sich in eine Richtung zu entwickeln.

Im Herzen sollten wir alle Kinder bleiben. (Und ich denke, die meisten von euch wollen das auch.) Wir sollten ab und an unser Herz entscheiden lassen und den Kopf ausschalten. Zehn Packungen Süßigkeiten essen, die Nacht durchfeiern und uns freuen, dass wir es dürfen, weil wir unser Leben lenken. Das entbindet uns nicht von den Verantwortungen, die uns begleiten. Aber es versüßt sie.


31. August 2015

#August 2015

Der August dieses Jahres wird noch lange als der Monat des Umzugs in Erinnerung bleiben. Unzählige Wände gestrichen, Laminat verlegt, sogar Lampen angeschlossen und das alles ohne ernsthafte körperliche Schäden davon zu tragen. Heute steht dann endlich der (wenn alles glatt läuft) befreiende Abschied von der alten Wohnung an. Die neue ist halbwegs bewohnbar, auch wenn hier und da noch Kartons stehen und die to-do-Liste mich täglich aufs Neue auslacht. Ein Ende ist in Sicht. Gelernt habe ich dabei, dass mit absoluter Sicherheit nie etwas problemlos über die Bühne geht. Es gab Reklamationen, verspätete Liefertermine und Rückenschmerzen am Umzugstag. Wir haben alles mitgenommen. 
Damit es nicht langweilig und zu eintönig wird, ging es nach Leipzig aufs Konzert der Toten Hosen. Dort habe ich zu engen Kontakt mit zu vielen Menschen gehabt, einige blaue Flecke gesammelt und nicht zuletzt das erste Mal intensiv Kraftklub gehört (als letzter Mensch auf Erden). Die Band hat es mir angetan und so läuft seit zwei Wochen nichts anderes mehr. Meine Mitmenschen danken es mir. Das unten stehende Lied macht live sehr, sehr viel Spaß.


Nach einer zweiwöchigen, unfreiwilligen Internetabstinenz, bin ich wieder da und fülle den Blog im nächsten Monat wieder sorgfältiger mit neuem Content. Vielleicht werden auch alte Erlebnisse neu aufgearbeitet, wer weiß das schon. Euch einen guten Start in den neuen Monat und bitte verwechselt September nicht mit Herbstanfang, denn September ist, wie jeder weiß, der schönste Monat im Jahr. In diesem Sinne,


16. August 2015

Magie der Musik #2

Die Karo Kafka hat diese Woche zur Musicalwoche erklärt und mich damit direkt angefixt, denn ich liebe Musicals! Aufgrund mangelnder Zeit folgt mein Beitrag erst auf dem letzten Drücker, aber Zeitdruck ist meine Motivation. Genug des Vorgeplänkels, es folgt der zweite Teil zu #magiedermusik mit dem Thema: Musicals
Meiner Meinung nach sollten wir alle viel mehr singen, Gesang transportiert Stimmungen effektiver und intensiver, er verfeinert die guten Tage und hilft über die schlechten hinweg. Falls ihr euch noch nicht so recht an die moderne Form von Operette und Revue - denn genau das ist ein Musical laut Definition - gewagt habt, folgen hier meine Einstiegstipps und absoluten Favoriten.
Station 1: Fangt mit einer Musicalepisode von einer eurer liebsten Serien an. Karo hat eine umfangreiche Liste aller Serien mit entsprechenden Episoden erstellt, falls euch spontan nichts eigenes einfällt. Mein Favorit für das erste Mal ist Scrubs "Mein Musical". Es wird eine lockere, witzige Stimmung aufgebaut und ihr werdet langsam an die Thematik herangeführt. Für die Fortgeschrittenen empfehle ich "Der Song hinter dem Song" von Grey's Anatomy. Was habe ich gelitten und geheult. Mittlerweile kann ich die meisten der Songs übrigens auswendig. Wenn ich allein zu Hause bin, singe ich die ganz laut, das löst aufgestaute Emotionen, ehrlich, probiert es aus!
Solltet ihr Station 1 frohen Mutes geschafft haben, geht es weiter mit Station 2: Das Einsteiger-Musical. Für mich ist das ohne Frage "We Will Rock You", das Musical von Queen. Die Lieder kennt man größtenteils schon, die Handlung ist leicht und witzig, die Sänger haben starke Stimmen und Persönlichkeiten. Die Zeit vergeht wie im Flug und anschließend kann man es kaum erwarten, das nächste Musical zu sehen. (Sollte jemand Queen nicht mögen, ist "We Will Rock You" unter Umständen nicht die beste Wahl, aber wer mag schon Queen nicht?)

Ein von Sindy (@drehenundwenden) gepostetes Foto am
Nun seid ihr bereit für Station 3: Das perfekt inszenierte Musical. Einige Musicals scheuen bühnentechnisch keinen Aufwand, heraus kommt ein Spektakel ohne gleichen. Großartige Sänger, eine schöne Show und ein Bühnenbild, das keine Wünsche offen lässt. Ich selbst habe leider noch nicht so viele Musicals live gesehen, aber meine Liste und die damit einhergehenden Erwartungen, an ein Fest für die Sinne ist endlos. Als Tipp gebe ich euch "My Fair Lady" mit auf den Weg. Mich hat die Vorstellung in Köln umgehauen. Und ich bekam ewig den "Es grünt so grün" Ohrwurm nicht mehr los.
Ihr nähert euch dem Olymp, Station 4: Hamburg. Hamburg ist DIE Stadt für Musicals und ein Besuch oder Urlaub in der Hansestadt ohne Musicalbesuch ist schlichtweg falsch. Und traurig. Und Verschwendung der Möglichkeiten. Dort wird auch DAS MUSICAL überhaupt aufgeführt: "Das Phantom der Oper". Ich habe das Buch gelesen, den Film gesehen und endlich Anfang letzten Jahres auch das Original-Musical sehen dürfen.
"Das Phantom der Oper" hat für mich alles, was ein perfektes Musical beinhalten sollte: Liebe und Leid, Spannung in perfekter Inszenierung und Lieder, die direkt vom Ohr ins Herz wandern. Ich kann mich daran nie statt hören. Im Herbst feiert die Fortsetzung "Liebe stirbt nie" ihre Premiere im Operettenhaus in Hamburg. Ich bin schon sehr auf die Kritiken gespannt und hoffe das Musical auch irgendwann zu sehen.
Das war mein kleiner Ausflug in die zauberhafte Welt der Musicals. Schaut doch mal nach, was Karo Kafka so geschrieben hat. Ich freue mich, wenn ihr mir schreibt, was eure Lieblingsmusicals sind. Zum Abschluss mein liebstes Lied aus meinem liebsten Musical.



13. August 2015

Die Menschen und ich

Vergangenes Wochenende waren der Mann und ich zu einem Polterabend eingeladen, zu Menschen, die ich gar nicht und der Mann eher flüchtig kennt. Mein mulmiges Gefühl beiseite schiebend, sagte ich dem Termin zu. Neue Menschen, neue Kontakte, hurra. Je näher das Datum rückte, desto mehr meldete sich meine innere Stimme mit - meines Erachtens - plausiblen Fragen:
"Was machst du da, wenn du keinen kennst?"
"Wie unwohl auf einer Skala von eins bis bitte lass mich entführt werden, wirst du dich fühlen?"
"Was ziehst du eigentlich an?"
Dennoch lies ich mich nicht entmutigen, zog einfach irgendwas an (jede Frau weiß, dass dies gelogen ist, allerdings fiel die Auswahl aufgrund vieler bereits verpackter Kleidungsstücke tatsächlich nicht so schwer), atmete tief ein und aus, hoffte auf das Beste und fuhr los.
Dort angekommen wurden wir herzlich begrüßt - inclusive Umarmung - und durften unser altes Porzellan zertrümmern. In diesem Sinne, viel Glück, liebes Brautpaar. Anschließend schauten wir uns die Lokation an: ein schöner Bauernhof mit viel Platz für viele Gäste, Innen- und Außenbereich sowie einen Spielplatz für die kleineren Gäste. Die Gastgeberin begrüßte alle herzlich und freundlich. Ich bewunderte sie aus der Ferne. Wie kann man so viele Menschen kennen und zwar auch noch gut. Ihr Freundes- und Bekanntenkreis beinhaltet locker 200-300 Personen und sie fühlt sich umgeben von all den Menschen wohl.
Und hier kommen wir zum eigentlichen Knackpunkt der Geschichte: Ich kann nicht gut mit Fremden. Kontakt aufzubauen fällt mir sehr schwer, denn was, wenn die mich doof finden? Oder plötzlich niemand mehr etwas zu sagen hat? Das ist idiotisch, denn selbst meine besten Freunde waren mal Fremde für mich. Zu ihnen habe ich, auf welche Art auch immer, eine Beziehung herstellen können. Nun klebe ich an ihnen, komme was wolle.
Ist meine Persönlichkeit innerhalb meines Freundes- und Bekanntenkreises eher extrovertiert, verkriecht sie sich vor Fremden und ist introvertiert. Beeinflussen kann ich das wenig, denn selbst das "Über-den-Schatten-springen-und-einfach-losreden" endet bei mir häufiger in peinlichem Schweigen. Ich habe gelernt damit zu leben. Zusätzlich habe ich den perfekten Partner gefunden, der mich nicht zu etwas drängt. Also blieben wir eins, zwei Anstandsstündchen und verzogen uns dann in die umliegende Natur. Stille, jetzt aber ohne Peinlichkeit, dafür mit viel Vertrauen und Geborgenheit.

9. August 2015

Sinnloses DIY zum Bitte-Nicht-Nachmachen

Mit der Verbreitung von Blogs, geht die endlose Verbreitung von DIY-Projekten einher, die - meines Erachtens - nie jemand nachmacht, weil sie einfach komplett nicht alltagstauglich sind. Und weil ein Blog ohne eine DIY-Sparte, die den Ehrgeiz und die unendliche Kreativität des Bloggers zur Schau stellen soll, nicht auskommt, hier der Start meiner sinnlosen DIY-Reihe, selbstredend mit kräftigem Augenzwinkern zu verstehen. (Obwohl ich Zwinkern hasse, aber dazu ein anders Mal.)
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt wegzuklicken und sich einer sinnvolleren Beschäftigung zu widmen. Fenster putzen bei Regen, zum Beispiel.
Wie zuvor schon angedeutet, ziehe ich derzeit in ein Neubau um. Dieser ist teilweise noch nicht richtig ausgestattet, so fehlt in zwei Räumen noch der Bodenbelag. Diesen zu verlegen ist meine Aufgabe und da ich ein größenwahnsinniger Sparfuchs bin, wird das Laminat in Eigenregie verlegt. Heute geht es also um das Laminat.

Was braucht ihr?
Da wären Laminat, am besten mit einem Klicksystem, dass macht es einfacher. Für darunter eine Dampfsperrfolie und Trittschalldämmung, die ihr am besten mit einer Schere zuschneiden und mit Klebeband fixieren könnt. Für die Seiten zunächst ca. 10 mm dicke Abstandshalter, die man super aus Holzresten basteln kann und für später entsprechend Leisten und Nägel. Um hier und da Kürzungen vorzunehmen sind eine Stichsäge und ein Laminatschneider, den ihr im Baumarkt eures Vertrauens ausleihen könnt, zu empfehlen. Für Abmessungen braucht ihr noch einen Bleistift und einen Winkel(-messer), dann kann es auch schon losgehen. Pro-Tipp: Laminat gibt es oftmals in Lagerverkäufen oder ähnlichen zu kaufen. Die verfügen über eine große Auswahl und haben Folien und Leisten im Paket enthalten, sodass hier ordentlich gespart werden kann.

Anfang:
Nachdem der Raum ordentlich gesäubert wurde (kehren/saugen), legt ihr zunächst die Dampfsperrfolie aus. Diese verhindert, dass Feuchtigkeit an euer Laminat kommt und all eure Arbeit zerstört. Fixiert die Reihen mit Klebeband aneinander. Darauf kommt die Trittschalldämmung, mit der gleichen Prozedur. Achtet bei den Reihen darauf, dass sie etwas übereinander lappen. Fertig? Dann ist das Laminat an der Reihe. Bei Klicklaminat kann die erste Reihe einfach ineinander geschoben und dann an die Wand gedrückt werden. Achtet auf einen Abstand von 10 mm zur Wand, die ihr mit dem Abstandsmesser einhalten könnt, denn das Laminat kann sich ggf. noch ausdehnen. Ab der zweiten Reihe wird das Laminat dann ineinander geklickt.

Bebilderung zur Veranschaulichung Mitte:
So weit, so gut, das war der leichte Teil. Das Lachen vergeht euch spätestens am Ende der ersten Reihe, wenn ihr feststellt, dass euer Raum nicht genauso lang wie euer Laminat ist. Gut, dass ihr den Laminatschneider ausgeliehen habt! Einfach das Laminat umdrehen, die Länge markieren und mit dem Schneider kürzen, schon löst sich das Problem in Wohlgefallen auf. (Ich sollte Werbung für diese Teile schreiben!) Es gibt zwei Dinge zu beachten: 1. Das gekürzte Stück sollte nicht kleiner als 30-40 cm sein. 2. Beim Kürzen darauf achten, dass der richtige Popo zum ineinander klicken dranbleibt. Der Abgeschnittene Teil kann als Anfang für die kommende Reihe dienen. Bei dieser solltet ihr einen Abstand zu den Klickstellen der ersten Reihe schaffen, ebenfalls ca 30-40 cm, da sonst Sollbruchstellen entstehen.

Bebilderung zum Laminat verlegen
Ende:
Die letzte Reihe ist die blödeste. Die muss nämlich meist in der Länge gekürzt werden und da hilft euch der Laminatschneider nicht mehr weiter. Daher ran an die Stichsäge - oder in meinen Fall - Papa um Hilfe bitten, damit es gerade wird. Danach ist es wieder einfach: Abstandhalter entfernen, Leisten mit Nägeln anbringen und über das Resultat freuen. Falls ihr - so wie ich - die Leisten an den Ecken nicht aufwendig zusägen wollt, helfen euch fertige Ecken weiter. Die können einfach eingesteckt werden und sehen jetzt auch nicht so schlimm aus.

Bebilderung zum Laminat verlegen
Mir hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht, auch wenn ich den Muskelkater meines Lebens davon bekam. Was eigentlich jedem klar sein sollte: Dies ist eine verkürzte Darstellung ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit oder Umsetzbarkeit. Dafür gibt es ganz tolle Videos von Menschen, die Ahnung haben. Ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende und fühlt euch ausreichend DIY inspiriert für die neue Woche.